Serial Mom John Waters, USA 1994, 93 Min, FSK: 16, OF Beverly Sutphin (Kathleen Turner) scheint ein glückliches Leben zu führen: Ihr Mann ist erfolgreicher Zahnarzt, ihre beiden Kinder quasi erwachsen und besuchen das College bzw. die High School, während die Mutter den Haushalt pflegt und angesehenes Mitglied der Gemeinde ist. Doch hinter ihrer scheinbar perfekten Maske treibt sie ein böses Spiel: Sie terrorisiert Nachbarn nicht nur via Telefon, sondern wird schließlich auch zur Mörderin. Und einmal damit angefangen, kann sie ihrer Mordlust nicht widerstehen und muss sich schließlich vor Gericht verantworten. John Waters inszenierte eine doppelbödige „schwarze“ Komödie von ausgesuchter, aber nie selbstzweckhafter Geschmacklosigkeit, die die Kehrseiten des bürgerlichen Familien- und Vorstadtidylls ebenso aufs Korn nimmt wie den modischen Medienwahn um pathologische Mörder.[gallery link="file" orderby="rand"]]]>
Autor: Q-Movie
Sa, 1.12.12, 22 Uhr: "Tim Burton’s The Nightmare Before Christmas"
Tim Burton’s
The Nightmare Before Christmas
Henry Selick, USA 1993, OF
Jack Skellington, als Pumpkin King Star und Vorbild aller Kreaturen von Halloween Town, hat es satt, jedes Jahr das gleiche Spektakel zu Halloween zu veranstalten, und verfällt in Melancholie. Er sehnt sich nach einer neuen Aufgabe. Durch Zufall entdeckt er Christmas Town und wünscht sich, den Kindern auf der Welt mit seinen Hallwoeener FreundInnen eine angemessene Weihnachtsüberraschung zu bereiten und so aus seiner Identitätskrise herauszukommen.
Halloween Town lässt sich auf das Unternehmen ein und bastelt eifrig Geschenke. Um die eigene Performance perfekt zu gestalten, muss der dicke, leicht debile Santa Claus aus dem Verkehr gezogen und dem Boogiman übergeben werden. Jack, das dürre Skelett im Nadelstreifenanzug, beschert nur als Sandy Claws die Kinder mit den schaurig schönen Gaben aus Halloween Town.
Der wundervolle Stop-Motion-Film ist längst zum einem Klassiker geworden. Weihnachtshasser wissen, dass das im Film gezeigt Disney-Happyend nicht der Ausgang der Geschichte sein kann. Auch Danny Elfmans oft gecoverte schräge Musik trägt zu dem genussvollen Erlebnis eines Identitätswechsels und einer (vermeintlich) verkehrten zuckersüßen Welt bei. Ein Kunstwerk, wie es q-rer nicht sein könnte.
Sa. 3.11.12 22 Uhr "Satã"
SATÃ
Karim Aïnouz, Bras/F 2002, OmU 100Min
Kraftvoll und verletzlich. Gefeiert und gehasst. Umschwärmter Sänger. Hingebungsvoller Vater. Zügelloser Verbrecher. Leidenschaftlicher Liebhaber. Anfang der 30er Jahre lebt Joao Francisco in ärmlichen Verhältnissen mit seiner ‚patchwork family’, für die er sorgt, die er beherrscht.
Er kam aus dem Nichts und war ein Niemand. Groß, schwarz, eine imposante Gestalt. Die Menschen aus Lapa, jenes berühmte Künstlerviertel von Rio de Janeiro, sie mochten ihn: seine Art des Tanzens, seine Begeisterung und sein unbedingter Wille nach Freiheit. Und sie hassten Joao Francisco, den herrschsüchtigen Tyrann, der blind vor Wut, Ungerechtigkeit und unerwiderter Liebe durch die Strassen zog.
„SATÓ ist das bewegende Portrait einer explosiven und komplexen Persönlichkeit. Mit eindrucksvollen Bildern schafft der Film einen intimen Einblick in das Leben des Joao Francisco dos Santos, der als „Madame Satã“ gefeiert wird und schon zu Lebzeiten ein Mythos war. Ein Mann, dessen Drang nach Freiheit sein ganzes Leben beherrschte. Teufel und Heiliger.
]]>Sa, 6.10.12, 22 Uhr: "TURNING"
filmfest hamburg in Kooperation mit den lesbischwulen Filmtagen und der Q-Movie-Bar
TURNING, Charles Atlas, DK/USA 2012, 82 min.
Dokumentarfilm
2006 erfanden Antony Hegarty, der Sänger von Antony & The Johnsons, und der Videokünstler Charles Atlas „Turning“ – ein Projekt, halb Konzert, halb Performance. Nur von einem kleinen Kammerorchester begleitet, sang Antony 13 Songs, während zu jedem Song eine andere Frau auf einer Drehbühne erschien. Atlas filmte sie und warf ihr Abbild auf eine große Leinwand. Diese Frauen wichen allesamt vom herkömmlichen Genderkonzept Frau ab. Manche waren lesbisch, bisexuell, transsexuell oder androgyn.
Turning, der Film, erzählt die Geschichten einiger von ihnen. Er ist damit zweierlei: Ein Konzert- und ein Performance-Film, der große Teile der Bühnenshow dokumentiert, aber auch das Porträt einer Reihe hochspannender Frauen.
Charles Atlas (*1958) ist seit den 1970er Jahren sowohl für seine Dokumentarfilme als auch Videoinstallationen bekannt und gilt als Pionier der Tanz-Videofilme. Viele seiner Arbeiten entstanden in enger Zusammenarbeit mit Choreografen und Tänzern wie Michael Clark oder Merce Cunningham. Eine Auswahl seiner Filme und Videoarbeiten wurde 2006 im Rahmen einer Retrospektive in der Londoner Tate Modern gezeigt.]]>
Sa. 08.09.12 um 22 Uhr "EDWARD II."
EDWARD II. Derek Jarman, GB 1991, 90 min., OmU England zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Nach dem Tod seines despotischen Vaters kann der junge König Edward II. (Steven Waddington) endlich seinen verstoßenen Liebhaber Gaveston (Andrew Tiernan) zurück nach London holen. Die obsessive Liebe des Herrschers bringt schnell die Lords und Kirchenmänner gegen den Günstling auf, der von Edward mit Adelstiteln und Reichtümern überhäuft wird. Die verschmähte Königin Isabella (Tilda Swinton) verbündet sich mit dem machthungrigen Lord Mortimer (Nigel Terry) gegen den Ehemann und auch das Volk erhebt sich gegen die unkonventionelle Liebe. Und während Edward verzweifelt sein Recht auf Glück einfordert, versinkt das Land im Bürgerkrieg. Eine Liebe, die eine homophobe Gesellschaft ins Chaos stürzt – das ist der Stoff, den Derek Jarman frei nach dem Stück des Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe 1991 in seinem erfolgreichsten Film umgesetzt hat, mit dem er gleichzeitig die zeitgenössische homophobe Gesetzgebung, etwa in Großbritannien kritisiert. [gallery link="file" orderby="rand"]]]>
Sa. 4.8.12 um 20 Uhr: "Street fables: Sexarbeit in der Popkultur"
Sex Arbeit Film Fest 2012″: “Street fables: Sexarbeit in der Popkultur” Historisch betrachtet, hat kein anderer Beruf so viel Kontroversen geweckt wie die Sexarbeit. Die Faszination, die sie stimuliert, wird seit Jahrhunderten auf unzählbare Weisen beschrieben, ob nun mit oder ohne Sympathie. Selbst der Videoclip, eines der jüngeren Medien im Bereich der Kulturindustrie, hat als Projektionsfläche gedient für die idealisierte Repräsentation vom sogenannten ältesten Gewerbe der Welt. Diese Musikvideo-Anthologie zeigt, dass Sexarbeiter_innen ihre transgressive Ausstrahlung nicht verloren haben. Achtung: Wir fangen diesmal schon um 20 Uhr an… … und geben auch keine Bar. Stattdessen: Queer Flora-Soliparty]]>
Sa, 7.7.12, 22 Uhr: "Jeffrey"
Jeffrey Christopher Ashley, USA 1995, 92 Min, FSK 16, OmU Jeffrey (Steven Weber) ist ein erfolgloser New Yorker Schauspieler, der sich seinen Lebensunterhalt als Kellner verdient. Als Aids, besonders in den schwulen Reihen, ein immer größeres Thema wird und die Angst beständig steigt, beschließt er, künftig auf Sex zu verzichten. Doch kaum hat er diesen Entschluss gefasst, verliebt er sich in Steve (Michael T. Weiss) aus dem Fitness-Studio. Gerade als er sein No-Sex-Vorhaben wieder abblasen will, erfährt er, dass Steve HIV-positiv ist, und für Jeffrey bricht eine Welt zusammen. Jeffrey versucht verzweifelt, Steve nicht mehr über den Weg zu laufen, doch dieser geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Jeffreys Freunde Sterling (Patrick Stewart) und Darius wollen ihn immer wieder davon überzeugen, Steve schließlich doch eine Chance zu geben. Bis die Geschichte schließlich eine Wendung erfährt, als bei dem HIV-positiven Darius das Virus ausbricht.[gallery link="file" orderby="rand"]]]>
Sa. 9.6. 22 Uhr "Schrei in der Stille"
Achtung: Diesmal am 2. Samstag!
]]>Sa 5.5. 22 Uhr "I killed my mother"
I killed my mother Xavier Dolan, Canada 2009, 96 min., FSK: 16, OmU Hubert entwickelt einen geradezu manischen Hass auf seine Mutter, ein Hass, der durchaus auch als Ventil lesbar ist für das anstehende, aber erfolgreich verdrängte Coming-out des 17-Jährigen. Hubert ringt mit diesem Hass, versucht ihn bewusst mit mustergültigem Verhalten in den Griff zu bekommen. Doch die zwiespältigen Gefühle brechen immer wieder aus ihm heraus. Die Mutter erfährt von der Homosexualität des Jungen schließlich ausgerechnet von der in jeder Hinsicht aufreizend libertinen Mutter von Huberts gleichaltrigem Geliebten Antonin Rimbaud (erklärtermaßen die Verschmelzung zweier Vorbilder des Regisseurs Dolans, der Schriftsteller Antonin Artaud und Arthur Rimbaud). Dieser Vertrauensbruch durch Verschweigen ist für die Mutter fast schmerzlicher als alle vorangegangenen Beschimpfungen und Nörgeleien des Sohnemanns zusammengenommen.[gallery link="file" orderby="rand"] ]]>
Sa 7.4. 22 Uhr "Goldfish Memory"
Goldfish Memory Elizabeth Gill, Irland 2003, 85 min., FSK 6, OmU Alle verlieben sich. Ständig. Immer wieder aufs Neue. Ungebremst, leidenschaftlich oder abgeklärt. Dann kommt die Wirklichkeit ins Spiel. Ist es Liebe oder nur Verlangen? Lass ich mich gehen oder gehe ich? Hier in Dublin ist es nicht anders als in jeder anderen Stadt auf dieser Welt zwischen Menschen, die das Zwischenmenschliche suchen. Und in „Goldfish Memory“ treffen sie alle aufeinander, die Lesben, die Schwulen, die „Ich-weiss-noch-nicht“ und die „Du-da-bin-ich-mir-aber-sicher“. Während Tom Clara liebt, erschließt diese mit Angie neue Horizonte. Red, der smarte Fahrradkurier, unterstützt vehement das Coming-out seiner Zufallsbekanntschaft. Und alle spielen sie miteinander, gegeneinander und füreinander ein Spiel, das jeder kennt und jeder gewinnen will. Die Liebe ist das Ziel.[gallery link="file" orderby="rand"] ]]>





