Sa, 4.4.26, 22 Uhr: „Detlef – 60 Jahre schwul“


Stefan Westerwelle, Jan Rothstein; D 2012; 90 min.; FSK 16

In den 1970er Jahren war der Bielefelder Detlef Stoffel einer der Pioniere der deutschen Schwulen­bewegung. Er wollte lieber die Ge­sellschaft verändern, als sich dem Main­stream anzupassen. Inzwischen ist Detlef auf seine Weise in der Ge­sell­schaft angekommen. Seit einigen Jahren pflegt er seine über 90 Jahre alte Mutter, ohne allerdings seine Strei­tbarkeit eingebüßt zu haben.

Detlef ist eine unterhaltsame und außer­gewöhnlich facettenreiche Doku mit Zeitzeug:innen-Interviews über einen ebenso facettenreichen Charak­ter und zugleich ein spannender und nachdenklicher Trip durch die schwule Zeitgeschichte – ein fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte (nach dem Text des Verleihers).

Sa. 7.3.26 22 Uhr: „Satanische Sau“

Satanische Sau

Rosa von Praunheim; Dokufiction; D 2025; 85 min.; FSK: 16

Anlässlich des Todes von Rosa von Praunheim zeigen wir seinen letzten Film, der als Dokufiction daher kommt. Der Film dreht sich um Sex, Tod, schwules Leben, aber auch um die Politik eines Filmers und Aktivisten, gewohnt provokativ und mit Spaß an der Grenzüber­schreitung.

Praunheim schert sich nicht darum, ob er was über sich aussagt oder ob die Zuschauer damit etwas anfangen können. Rosa meint selbst zu seinem Werk: „Die Sau bin ich, gespielt von meinem Alter Ego, dem genialen Schauspieler Armin Dallapiccola. Der Film ist ein Traum, eine Parodie, eine Farce meines Lebens. Poetische Assoziationen zu meinem Tod, zu meinem Sexleben, zu meiner Wiedergeburt. Ich erinnere mich an die 150 Filme meines Lebens, an meine Liebhaber, denen ich Rosen in den Arsch stecke und die ich blind malen muss. Dann stirbt mein Nachbar und hinterlässt einen unendlich traurigen Witwer. Ein Fan klingelt und zwingt mich zum Sex nach dem Tod und meine Freunde stimmen das Lied ‚Großer Gott wir loben Dich‘ an. Aber Gott persönlich erklärt uns seine perverse Moral, indem er das Böse lobt und das Gute für naiv hält. Meine Mutter, gespielt von Anne Rathsfeld, ist entsetzt und die Stoffaffen und Schweine, die lebendig werden, erzählen von meiner großen Tierliebe. Am Ende sagt uns Katy Karrenbauer die entsetzliche Wahrheit. Wir sind alle satanische Säue.“