Raus aus dem Ghetto – Brühwarmes Theater und die Schwulenbewegung der 70er Jahre
Kevin Harry Schwarzstein, D, 2024, 70 min.
Kevin Harry Schwarzsteins Dokumentation zeigt die schwule Polit-Theatergruppe „Brühwarm“, die in den 1970er Jahre schwules musikalisches Kabarett machte. Ende 1974 in Hamburg gegründet, tourte sie mit ihren Programmen bald durch die BRD. „Brühwarm“ sprengte gesellschaftliche Grenzen – mit bissigem Humor, politischem Musikkabarett und jeder Menge Mut. „Brühwarm“ war damit eine wichtige Gruppe der linken deutschen Schwulenbewegung. Auch „Mannstoll“ und „Entartet“, die Titel der beiden Alben, zeigen, wie „Brühwarm“ politisches und emanzipatorisches Theater – für den einzelnen und die Gesellschaft – verstand.
Schwarzenstein zeigt Ausschnitte aus Programmen, lässt ehemalige Mitglieder der Theatergruppe zu Wort kommen und zeigt, wie Kunst zum politischen Widerstand wurde.




Hinter dieser schwulen Liebesgeschichte aus den Siebzigern lässt Fassbinder eine böse Parabel über die Ausbeutung von Lebenslust, Lebensenergie und Arbeitskraft erscheinen. Sarkastisch dekuvriert und parodiert er die heuchlerischen Rituale bürgerlicher Wohlanständigkeit. Was als satirisch zugespitzte Komödie einer Freundschaft beginnt, wendet sich zum Melodram mit tragischem Ausgang. An sich selbst in der Hauptrolle macht Fassbinder die Probe aufs Exempel und geht den Weg eines Menschen durch die Stadien der Täuschung, der Manipulation und des Missbrauchs von Gefühlen bis in den Untergang.



