Rosa Winkel? Das ist doch schon lange vorbei …
Peter Recht, Christiane Schmerl, Detlef Stoffel, BRD 1976, 49 min.
Peter Recht, Christiane Schmerl und Detlef Stoffel blicken in drei Teilen auf die Geschichte schwuler Männer in Deutschland:
Zunächst auf ihre Verfolgung während des Nationalsozialismus und die Kennzeichnung mit dem Rosa Winkel in den Konzentrationslagern;
anschließend auf die fortbestehende Diskriminierung in der BRD, erzählt anhand persönlicher Erfahrungen von Betroffenen;
und schließlich auf Widerstand, Selbstorganisation und die entstehende Schwulenbewegung der 1970er Jahre.
Damit gilt der Film als erste filmische Auseinandersetzung mit dem Rosa Winkel und seiner Geschichte. Seit Dezember 2025 ist sein Plakat zudem Teil der Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn.
Doch der Film ist nicht nur ein wichtiges historisches Dokument, sondern thematisiert auch Vieles, was nach wie vor gesellschaftlich aktuell ist: Ausgrenzung, Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und der Kampf um Rechte.




Hinter dieser schwulen Liebesgeschichte aus den Siebzigern lässt Fassbinder eine böse Parabel über die Ausbeutung von Lebenslust, Lebensenergie und Arbeitskraft erscheinen. Sarkastisch dekuvriert und parodiert er die heuchlerischen Rituale bürgerlicher Wohlanständigkeit. Was als satirisch zugespitzte Komödie einer Freundschaft beginnt, wendet sich zum Melodram mit tragischem Ausgang. An sich selbst in der Hauptrolle macht Fassbinder die Probe aufs Exempel und geht den Weg eines Menschen durch die Stadien der Täuschung, der Manipulation und des Missbrauchs von Gefühlen bis in den Untergang.



