Sa, 12.9.26, 22 Uhr: „Tunten zwecklos“

Tunten zwecklos
Ein Dokument schwuler Geschichte, Solidarität und Selbstbewusstseins

Jutta Riedel, Mirek Balonis; D 2021; 83 min., Digital, engl. UT

Tunte als Schimpfwort: schwule Sau, blöde Tunte, das gebrochene Handgelenk. Laute Schwule, bunt, schrill, können die die Schwulen präsentieren?, fragt Volker im Film.

Neun junge Männer aus der Provinz lernen sich Ende der 1980er in Hamburg kennen, werden Freunde und fummeln sich seitdem u.a. beim CSD als Schwarzwaldmädel auf. Sie agieren noch heute anarchisch mit sehr viel Spaß. 2018 schenken sie dem Manneken Pis ein selbstgemachtes Dirndl – das erste weibliche Kostüm des Brüsseler Wahrzeichens seit 400 Jahren.

Die Interviewthemen reichen von Kindheit über Coming-out, Sexualität und Aids-Krise bis zu Pflege und Tod der Eltern. Durch die unterschiedlichen Archiv-Medien und Animationsteile wird der Film zum Generationenporträt der deutschen Schwulenbewegung.

Sa. 4.7.26 22 Uhr „Raus aus dem Ghetto“

Raus aus dem Ghetto – Brühwarmes Theater und die Schwulenbewegung der 70er Jahre

Kevin Harry Schwarzstein, D, 2024, 70 min.

Kevin Harry Schwarzsteins Doku­mentation zeigt die schwule Polit-Theatergruppe „Brühwarm“, die in den 1970er Jahre schwules musika­lisches Kabarett machte. Ende 1974 in Hamburg gegründet, tourte sie mit ihren Programmen bald durch die BRD. „Brühwarm“ sprengte gesellschaftliche Grenzen – mit bissigem Humor, poli­ti­schem Musik­kabarett und jeder Menge Mut. „Brühwarm“ war damit eine wich­tige Gruppe der linken deut­schen Schwulenbewegung. Auch „Mannstoll“ und „Entartet“, die Titel der beiden Alben, zeigen, wie „Brühwarm“ politi­sches und emanzipatorisches Theater – für den einzelnen und die Gesellschaft – verstand.

Schwarzenstein zeigt Ausschnitte aus Programmen, lässt ehemalige Mit­glie­der der Theatergruppe zu Wort kommen und zeigt, wie Kunst zum politischen Widerstand wurde.