Prick up Your Ears
Stephen Frears, GB 1987, 110 min., OF
Stephen Frears verfilmte 1987 nach My Beautiful Laundrette von 1985 einen Teil der Biographie des britischen Dramatikers Joe Orton (Garry Oldman). Im Mittelpunkt steht die 16 Jahre währende chaotische Beziehung zwischen Orton und Kenneth Halliwell (Alfred Molina). Offensichtlich treiben Neid, Eifersucht, Minderwertigkeitskomplexe und Verlustängste Halliwell 1967 dazu, zunächst Orton und dann sich selbst zu töten. Die Geschichte wird in Rückblicken von der Ortons Agentin (Vanessa Redgrave) erzählt.
Stephen Frears gelang mit dieser schwarzen bizarren Komödie der internationale Durchbruch und er zeigte, dass man mit schwulen Themen durchaus kommerzielle Erfolge erzielen kann.
https://youtu.be/WXJJl5HMYnU





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Schlagwort: Schwul
Sa, 1.4.17, 22 Uhr: "Der Einstein des Sex"
Der Einstein des Sex – Leben und Werk des Dr. Magnus Hirschfeld
Rosa von Praunheim, D, 1999, 100 min.
Rosa von Praunheim erzählt die Geschichte des Arztes, Sexualforschers und Pioniers der Homosexuellen-Bewegung Magnus Hirschfeld (1868-1935) als Spielfilm. Hirschfelds Biographie ist dabei selbstverständlich in die deutsche Geschichte und die Geschichte der Homosexuellen-Bewegung eingebettet. Zentrale Aspekte der Biographie wie des Films sind die Arbeit des Wissenschaftlich-humanitären Komitees als erster Homosexuellen-Organisation der Welt sowie der Kampf gegen den Paragraphen 175 mit dem männliche Homosexualität kriminalisiert wurde.
Rosa von Praunheim hat mit einer hochkarätigen Besetzung – Meret Becker, Ben Becker, Otto Sander Kai Schumann, Wolfgang Völz, Friedel von Wangenheim – eine liebevolle Hommage geschaffen, die in Teilen etwas zu unkritisch ausgefallen ist.
]]>Sa, 4.2.17, 22 Uhr: "Anders als die Andern"
„Anders als die Andern”
Richard Oswald, Deutschland 1919, Fragment, 51 min., Stummfilm mit Musik, & „Zusatzmaterial“
Die Novemberrevolution von 1918 bereitete mit dem Kaiserreich auch der Zensur ein Ende. Auch Homosexuelle machten sich die neuen Freiräume zunutze: Unter anderem wurde im Sommer 1919 mit Richard Oswalds „Anders als die Andern“ der Film als neues aufstrebendes Medium genutzt, um die Bevölkerung über Homosexualität aufzuklären.
Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Erpressungsfall mit fatalen Folgen für den erpressten Mann (Conrad Veidt). Der Film illustriert die Bedrohung von Männern, die mit Männern Sex haben, durch den § 175 des Strafgesetzbuches und die gesellschaftliche Ächtung. Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, der Pionier der Homosexuellenbewegung des Kaiserreiches, trat im Film selbst als Experte auf. Der Film war Rechten ein Dorn im Auge und fiel schnell der wiedereingeführten Zensur zum Opfer. Vorführungen wurden in mehreren Städten von Rechtsradikalen gestört.
https://youtu.be/11bYYqkTiRs
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Sa, 5.11.16 22 Uhr: "Klänge des Verschweigens"
Klänge des Verschweigen
Klaus Stanjek, D 2012, 90 min.
Der Dokumentarfilmer Klaus Stanjek versucht die Biographie seines Lieblingsonkels Willi Heckmann während der NS-Zeit zu beleuchten. Dem erfolgreichen Sänger und Pianisten wurde sein bisexuelles Begehren in der Zeit der verschärften Homosexuellenverfolgung (1936-1938) zum Verhängnis. Nach Denunziation und Verhaftung wurde er (unter bisher ungeklärten Umständen) 1937 ins KZ Dachau deportiert, später von da ins KZ Mauthausen. Trotz der extrem harten Umstände (langjährige Arbeit im Steinbruch, Bunkerhaft, Rosa-Winkel-Kennzeichnung) konnte er das KZ überleben. In seiner Familie regierte das Gesetz des Schweigens. Eine Reihe von Familiendynamiken verhinderten bis zu Heckmanns 90. Geburtstag das offene Gespräch über sein Schicksal.
Mit viel Sachverstand und Liebe zeichnet Stanjek ein Porträt seines Onkels, dokumentiert die eigene Spurensuche und beschreibt den Akt der Offenlegung innerhalb der Familie, ohne bloßzustellen.
https://youtu.be/ZmHsl28cQ5Y]]>
Sa. 3.9.16 22 Uhr: "Geron" ("Gerontophilia")
Geron (Gerontophilia)
Bruce LaBruce, Kanada 2013, 82 min, OmU
Aus Kanada kommen oft besondere Meisterwerke, so auch Geron von Skandal-Maestro, Provokateur und TEDDY-Preisträger Bruce LaBruce (Hustler White, The Raspberry Reich). Statt wie bisher auf einen sexuell expliziten Trashfilm zu setzen, beweist LaBruce, dass er auch anders kann und erzählt auf liebevolle Weise die Geschichte des bildhübschen 18-jährigen Lake, der seine Vorliebe für ältere Männer entdeckt. Als Pfleger kommt er dem charmanten und charismatischen Mr. Peabody (wundervoll gespielt von Walter Borden) näher und beschert dem Grand Seigneur einen zweiten Frühling.
Ein romantisches Roadmovie ganz im Stil von Harold & Maude – kühn, zärtlich und herausfordernd, doch gleichzeitig humorvoll und herzlich. Ausgezeichnet mit dem Grand Prix Focus des Festivals du Nouveau Cinéma, Montreal.
https://youtu.be/L4plguHJWRc]]>
Sa. 2.7.16 22 Uhr: "Sommersturm"
Sommersturm
Marco Kreuzpaintner, D 2004, 98 min
Der Klassiker: Die Teenager Tobi (Robert Stadlober) und Achim (Kostja Ullmann) sind seit langem die besten Freunde, haben ein enges körperliches Verhältnis und wixen auch zusammen. Dann entwickelt sich aber das Begehren auseinander: Tobi merkt, dass er in Achim verliebt ist, kann es ihm aber nicht sagen, während Achim seine Liebe zu Sandra entdeckt. Dies alles kulminiert auf einer Ruderfreizeit: Tobi und Achim streiten sich heftig, nicht zuletzt, weil Tobi eifersüchtig auf Sandra ist.
Weniger klassisch: Tobi findet in mehrerlei Hinsicht Trost bei den „Queerschlägern“, einer schwulen Rudergruppe aus Berlin, die auch an der Freizeit teilnimmt, mit gängigen Klischees aufräumt und unterschiedliche schwule Jungs zeigt. Der nicht nur wettertechnisch über die Jugendlichen hereinbrechende Sturm führt letztlich nicht nur zu einer lustvollen Nacht für mehrere FahrtteilnehmerInnen und zum Coming-out Tobis, sondern auch zu einem Emanzipations- und Toleranzschub für viele TeilnehmerInnen der Ruderfreizeit, nicht zuletzt für den homophoben Schorsch, der sich Maltes (Hanno Koffler) kaum noch erwehren kann.
Der Film zeichnet sich durch wundervolle Sommerbilder, die gut die diffusen Stimmungen einfangen, und überzeugende DarstellerInnen aus.
https://youtu.be/npMKT99cuA8]]>
Sa. 2.1.16 22 Uhr: "Krámpack"
Krámpack Cesc Gay, Spanien 2000, 91 min., OmU Die 17-jährigen Schüler Nico (Jordi Vilches) und Dani (Fernando Ramallo) verbringen die Sommerferien zusammen im Strandhaus von Danis Familie, dessen Eltern in den Urlaub gefahren sind. Die beiden haben fast sturmfreie Bude, nur die Haushälterin und Danis Englisch-Nachhilfelehrerin schauen zeitweise vorbei. Die Jungs treffen sich mit den Cousinen Berta und Elena, mit denen sie ihr „erstes Mal“ absolvieren wollen. Sie fühlen sich gut vorbereitet durch ihre – offensichtlich schon länger praktizierten – gemeinsamen sexuellen Handübungen. An einem eigens hierfür ausgerichteten gemeinsamen Abend, mit Hilfe von viel Alkohol und anderen Drogen, kommt Nico Elena tatsächlich näher. Dani muss aber erkennen, dass er offensichtlich mehr an Nico als an Berta interessiert ist. Unerfüllte Liebe, Eifersucht, eine Intrige, Verlassenheitsgefühle und Danis Suche nach dem eigenen Begehren bestimmen nun das weitere Geschehen. Der Film berührt durch die Natürlichkeit und Leichtigkeit, in der die Geschichte und die Darsteller die Themen Freundschaft, Liebe, Sex, Begehren und Coming Out behandeln. [gallery size="medium" ids="1287,1286,1285,1283,1278,1282,1272,1270,1269,1279,1281,1284"]]]>
Sa. 2.5.15 22 Uhr: "Im Namen des …"
Im Namen des … (W imie …)
Malgorzata Szumowska, Polen 2012, 96 min., OmU
Der gutherzige katholische Priester Adam arbeitet in einem kleinen polnischen Dorf auf dem Land. Zu einer seiner wichtigsten Aufgaben hat er die Arbeit mit Jugendlichen eines Erziehungscamps gemacht. Er versucht, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und moralische Leitfigur sowie Vorbild zu sein. Was niemand weiß: Adam ist homosexuell und fühlt sich zu dem Jugendlichen Lukasz hingezogen. Während Adam tagsüber also den vorbildlichen Katholiken spielt, der die Jugendlichen vor Alkoholkonsum warnt und christliche Werte predigt, wird die Verheimlichung seiner sexuellen Neigung und die Unterdrückung seiner Gefühle mehr und mehr zu einem Problem, das ihn in nächtliche Depressionen und Alkoholismus treibt. Er kommt bei der gewaltsamen Unterdrückung seiner Sexualität und Gefühle an eine Grenze, deren Überschreitung katastrophale Konsequenzen haben könnte …
Filmwebsite: http://www.imnamendes.de/trailer.html
https://youtu.be/zv068dEGMkU
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Sa. 4.4.15 22 Uhr: "The Invisible Men"
The Invisible Men
Yariv Mozer, Israel, Palästina, Niederlande 2012, 68 min.
Hebräisch, Arabisch, Englisch, englische Untertitel
„The Invisible Men“ zeigt Schicksale schwuler Palästinenser, die von ihren Familien verstoßen wurden oder fliehen mussten und versteckt illegal in Tel Aviv leben. Werden sie von israelischen Sicherheitskräften entdeckt, schiebt man sie als illegale Einwanderer in die Palästinensergebiete ab, wo ihr Leben bedroht ist.
In Form von Interviews, Treffen und Beobachtungen des alltäglichen Lebens und Versteckens erzählt der Dokumentarfilm die Geschichten dreier palästinensischer Schwuler: Louie, 32 Jahre alt, versteckt sich seit 8 Jahren in Tel Aviv. Der 24-jährige Abdu wurde als schwul in Ramallah denunziert, der Spionage beschuldigt und von palästinensischen Sicherheitskräften gefoltert. Faris, 23 Jahre alt, flüchtete aus dem Westjordanland nach Tel Aviv, nachdem seine Familie versucht hatte, ihn zu töten. Ihre einzige Chance ist, Asyl außerhalb Israel und Palästina zu erhalten und ihre Heimat zu verlassen.
Mit Vorfilm
https://www.youtube.com/watch?v=s9lvumrzkgw

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Sa. 18.10. 20:15 Uhr: "Der Priester – Priest"
Lesbisch Schwulen Filmtage:
DER PRIESTER – PRIEST
Pater Greg Pilkington (Linus Roache) ist ein junger katholischer Geistlicher, der seine erste Stelle in einem Liverpooler Armenviertel antritt und dort mit dem wirklichen Leben konfrontiert wird. Er muss feststellen, dass die sittenstrengen Vorschriften der Kirche und seine religiösen Ideale mit der Realität nur schwer in Einklang zu bringen sind. Sein Alt-68er-Pfarrerkollege Matthew (Tom Wilkinson) hat ein Verhältnis mit der Haushälterin, und er selbst kann ebenfalls die eigene Sexualität nicht unterdrücken. So trifft er in einer Schwulenbar den jungen Arbeiter Graham (Robert Carlyle), in den er sich verliebt. Als Greg mit Graham von der Polizei in eindeutiger Situation im Auto erwischt wird, brechen Anfeindungen durch die Gemeinde und den Bischof über ihn herein. Dass der Film trotz seiner ernsten Themen nicht allzu schwer, sondern äußerst warmherzig und kurzweilig daher kommt, liegt am spröden, ungeschminkten, mit Humor durchsetzten Realismus des New British Cinema und den gelungenen Charakter studien. Regisseurin Antonia Bird legte viel Wert auf die natürliche und realistische Darstellung der schwulen Sexszenen. Auf der Berlinale 1995 gewann Der Priester den Teddy-Publikumspreis für den besten Spielfilm. as/jp
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