Sa, 2.5.26, 22 Uhr: „Wittgenstein“

WITTGENSTEIN

UK 1993, 72 Min., Digital, FSK 12, Regie: Derek Jarman, mit Clancy Chassay, Karl Johnson, Tilda Swinton, John Quentin

In der Auseinandersetzung mit dem Leben des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889–1951) wählt Derek Jarman komödienhafte Elemente für die Einführung in dessen Werk.

Die wesentlichen Problemstel­lungen und Aus­sagen werden in Spielhandlungen dar­gestellt, verschiedene Handlungs­stränge aus unterschiedlichen Lebens­pha­sen werden miteinander verwoben: Kind­heit, Krieg im Schützen­graben, Be­geben­heiten an der Universität Cambridge sowie die Freundschaften mit dem Philosophen Bertrand Rus­sell, seinem Förderer, und mit dem Volkswirt John Maynard Keynes und auch das mann­männ­liche Be­gehren Witt­gen­steins spielt eine Rolle.

Sa, 4.4.26, 22 Uhr: „Detlef – 60 Jahre schwul“


Stefan Westerwelle, Jan Rothstein; D 2012; 90 min.; FSK 16

In den 1970er Jahren war der Bielefelder Detlef Stoffel einer der Pioniere der deutschen Schwulen­bewegung. Er wollte lieber die Ge­sellschaft verändern, als sich dem Main­stream anzupassen. Inzwischen ist Detlef auf seine Weise in der Ge­sell­schaft angekommen. Seit einigen Jahren pflegt er seine über 90 Jahre alte Mutter, ohne allerdings seine Strei­tbarkeit eingebüßt zu haben.

Detlef ist eine unterhaltsame und außer­gewöhnlich facettenreiche Doku mit Zeitzeug:innen-Interviews über einen ebenso facettenreichen Charak­ter und zugleich ein spannender und nachdenklicher Trip durch die schwule Zeitgeschichte – ein fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte (nach dem Text des Verleihers).

Sa. 7.3.26 22 Uhr: „Satanische Sau“

Satanische Sau

Rosa von Praunheim; Dokufiction; D 2025; 85 min.; FSK: 16

Anlässlich des Todes von Rosa von Praunheim zeigen wir seinen letzten Film, der als Dokufiction daher kommt. Der Film dreht sich um Sex, Tod, schwules Leben, aber auch um die Politik eines Filmers und Aktivisten, gewohnt provokativ und mit Spaß an der Grenzüber­schreitung.

Praunheim schert sich nicht darum, ob er was über sich aussagt oder ob die Zuschauer damit etwas anfangen können. Rosa meint selbst zu seinem Werk: „Die Sau bin ich, gespielt von meinem Alter Ego, dem genialen Schauspieler Armin Dallapiccola. Der Film ist ein Traum, eine Parodie, eine Farce meines Lebens. Poetische Assoziationen zu meinem Tod, zu meinem Sexleben, zu meiner Wiedergeburt. Ich erinnere mich an die 150 Filme meines Lebens, an meine Liebhaber, denen ich Rosen in den Arsch stecke und die ich blind malen muss. Dann stirbt mein Nachbar und hinterlässt einen unendlich traurigen Witwer. Ein Fan klingelt und zwingt mich zum Sex nach dem Tod und meine Freunde stimmen das Lied ‚Großer Gott wir loben Dich‘ an. Aber Gott persönlich erklärt uns seine perverse Moral, indem er das Böse lobt und das Gute für naiv hält. Meine Mutter, gespielt von Anne Rathsfeld, ist entsetzt und die Stoffaffen und Schweine, die lebendig werden, erzählen von meiner großen Tierliebe. Am Ende sagt uns Katy Karrenbauer die entsetzliche Wahrheit. Wir sind alle satanische Säue.“

Sa. 6.9. 22 Uhr: „The Jackie Shane Story“

ANY OTHER WAY: THE JACKIE SHANE STORIE


CA 2024, 98 Min., OmeU, DCP, Regie: Michael Mabbott, Lucah Rosenberg-Lee


Jackie Shane, trans und eine der ersten Schwarzen Sänger_innen, die in den 1960er-Jahren den Durchbruch in der nordamerikanischen Soul- und R&B-Szene schaffte. Mit ihrer extrovertierten Präsenz auf und neben der Bühne durchbrach sie Barrieren und wurde zum Star vieler Nachtklubs. Doch dann verschwindet sie plötzlich spurlos.

In dem Dokumentarfilm begeben sich Familienmitglieder auf die Spuren von Jackie Shane. Zusammen mit Shanes Musik, unveröffentlichten Telefongesprächen und Animationselementen würdigt der Film eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Ein Film mit Ohrwurmpotenzial.

Wir präsentieren den Film im Rahmen des TINK und in Kooperation mit dem Hamburg International Queer Film Festival.

Sa. 6.7.24 22 Uhr: Tom of Finland

Tom of Finland

FI/S/DK/DE 2017, 116′, R: Dome Karukoski, mit Pekka Strang, Lauri Tilkanen, Jessica Grabowsky u.a.

Dem Finnen Touko Laaksonen (Pekka Strang) bringt seine Heim­kehr von der Front des Zweiten Welt­kriegs nicht den erhofften Frieden, denn er tauscht den einen Kriegsschauplatz lediglich gegen einen anderen ein: In seiner Heimat kann er seine Homo­sexualität nicht offen ausleben, sieht sich ständig der Gefahr von De­nun­ziation und strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt. Um seinen Gefühlen wenigstens auf künst­lerische Art Ausdruck zu verleihen, beginnt er, homoerotische Bilder zu zeichnen.

Unter dem Künstler-Pseudonym „Tom Of Finland“ gelangen diese Werke schließlich an die Öffentlichkeit, wo sie für schwule Männer weltweit zum Symbol ihrer Revolution werden.

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Sa. 15.6.24 22 Uhr: Swan Song

Swan Song

USA 2021, 105 Minuten, Regie: Todd Stephens, mit Udo Kier, Linda Evans, Jennifer Coolidge u.a.

Pat Pitsenbarger, einst der beste Friseur am Ort Sandusky (Ohio), lebt nun allein in einem Seniorenwohnheim, raucht heimlich und sam­melt Servietten. Eines Tages informiert ihn ein Anwalt über den Tod einer ehemaligen Stamm­kundin und teilt ihm deren letzten Wunsch mit, der an eine stattliche Erbschaft geknüpft ist: Für die Totenfeier soll er ihr ein letztes Mal die Haare herrichten. Nach anfänglichem Zögern macht er sich, wenn auch widerstrebend, auf den Weg und versucht, die benötigten Pflegeprodukte zu besorgen, die schon längst nicht mehr hergestellt werden. Dabei entwickelt sich eine kleine Odyssee durch Sandusky, mit Rück­blicken auf Episoden der eigenen Lebens­geschichte, die prägend in die Geschichte der schwulen Community des Ortes eingebunden war.

Warmherzig und mit viel Witz erzählt Todd Stephens den dritten Teil der Sandusky-Trilogie und setzt dabei dem lokalen Wegbereiter eines offenen schwulen Lebensstils ein filmisches Denkmal. Udo Kier spielt die Rolle als alte Queen mit einer Authentizität, wie es sonst wahrscheinlich keiner kann.

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Sa, 07.10.23, 22 Uhr: Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody

Brian Singer, GB, USA 2018, 135 Min., FSK 6, Digital

Der biographische Film zeigt die Geschichte Freddie Mercurys von der Gründung der britischen Rockband Queen Anfang der 1970er Jahre bis zum Auftritt bei Live Aid 1985 in London. Im Film sind zahlreiche Queen-Hits zu hören.

Bei allen Leerstellen und Unzulänglichkeiten ein gelungener Film, der insgesamt vier Oskars erhalten hat, u.a. Rami Malek als bester Hauptdarsteller, der den exzentrischen Musiker absolut überzeugend spielt.

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Sa., 7.1.23 22 Uhr: "Capote"

CAPOTE

Bennett Miller, USA 2005, 110 min,OmU

Der Film zeigt Truman Capotes (Philip Seymour Hoffman) Recherchen zu seinem 1966 veröffentlichten Roman Kalt­blütig, der von einer wahren Begebenheit berichtet, einem Mord an vier Mitgliedern einer Farmerfamilie in Holcomb, Kansas. Trotz seines ex­zen­trischen Ver­haltens ge­lingt es Capote, das Vertrauen der Be­völ­ke­rung der Klein­stadt zu gewinnen, auch das des zum Tod verurteilten Mörders, den er mit Verspre­chen, die er nicht ein­hält, als Quelle für seinen Roman über die Morde nutzt. Das eigene Erkennen dieses un­­mora­li­schen Ver­haltens trägt offen­sichtlich erheb­lich zu ei­ner lebenslangen Krise Capotes bei.

Bennett Millers Independentfilm basiert auf Capotes Autobiographie und zeigt ihn scho­­nungs­los als klugen Egozentriker mit eigenen Abgründen.

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Sa, 3.12.22, 22 Uhr: "Mapplethorpe"

Ondi Timoner, USA 2018, 100min.,OmU

Ende der 60er Jahre trifft der College-Absolvent Robert Mapple­thorpe in New York auf die quirlige Patti Smith, nicht ahnend, dass diese später zur Punk-Rock-Queen aufsteigen und er selbst Berühmt­heit erlangen wird. Gemeinsam zieht das junge Paar ins Chelsea-Hotel, Dreh- und Angelpunkt der jungen, modernen Kunstszene. Mit einer geschenkten Kamera wagt Mapplethorpe erste fotografische Ex­peri­mente. Nach Entdeckung seiner Homosexualität wird seine Kunst zunehmend erotisch. Zunächst als Pornografie abgelehnt, findet seine Kunst Förderer, die er auch zu seinen Liebhabern macht. Mapplethorpes Arbeiten werden zur Sensation, doch sein fast obsessiver Kampf um An­erkennung und sein exzessiver Lebensstil treiben den ehrgeizigen Künstler immer weiter an den Abgrund.

Auch drei Jahrzehnte nach seinem Tod zählen Robert Mapplethorpes Celebrity-Portraits, Blumen-Kompositionen und vor allem seine Milieustudien der New Yorker BDSM Undergroundszene zu den Meilensteinen der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Ondi Timoner spürt in ihrem Biopic dem Innenleben des kontroversen Künstlers nach, der sich selbst als „modernen Michelangelo“ bezeichnete. „Doctor Who“-Star Matt Smith überzeugt in der Darstellung des ehrgeizigen Fotografen mit gefährlich selbstzerstörerischen Impulsen.

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Sa. 5.2.22 um 22 Uhr: "CASSANDRO, THE EXÓTICO!"

In dem kleinen Marie Losier Special des B-Movie präsentieren wir:

CASSANDRO, THE EXÓTICO!

FR 2018, 75 Min., OmU, digital, Regie/Kamera: Marie Losier, mit Cassandro

Ein farbenfrohes und tiefgründiges Portrait dieser queeren Lucha-Libre- Legende. Exóticos, Geschlechtsgrenzen überschreitende Drag Wrestler, kämpfen nicht nur gegen ihre Gegner, sondern auch gegen Vorurteile.

Losier begleitet Cassandro, wie er sich mit den zunehmenden körperlichen Strapazen und dem nahenden Ende seiner Karriere auseinandersetzt und sich seinen Dämonen stellt.

Bitte beachtet die am Veranstaltungsabend geltenden Einlassbedingungen des B-Movie (Stand 26.01.22 ist das „2G+“, s. Startseite B-Movie,).

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